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Nachhaltiger Tourismus

Eine intakte Natur und Landschaft bildet die Basis für attraktive touristische Erlebnisse. Umgekehrt kann ein nachhaltiger Tourismus durch ein bewusstes Reise- und Freizeitverhalten zu deren Erhalt beitragen. Dies birgt für jede touristische Destination viele Chancen aber auch Herausforderungen und Beeinträchtigungen, die schwerwiegende Folgen für die Region haben können.

Die Deutschen unternehmen im Jahr rund 70 Mio längere Reisen. Die Tourismuswirtschaft trägt erheblich zur gesamten Bruttowertschöpfung bei. Insgesamt 2,9 Mio Erwerbstätige waren 2016 im Tourismus beschäftigt (vgl.: Tourismuspolitischer Bericht der Bundesregierung, 2017). Weltweit bietet der Tourismus sogar jeder elften Person einen Arbeitsplatz.

Was bedeutet nachhaltiger Tourismus?

Nachhaltiger Tourismus ist schon seit über 30 Jahren auf der Agenda der Touristiker*Innen in Deutschland. Oft ist auch die Rede von sanftem, intelligenten Tourismus oder Tourismus mit Verantwortung. Nachhaltiger Tourismus erfüllt nicht nur die Ansprüche der Tourist*Innen und lokalen Bevölkerung sondern nutzt Ressourcen auch so, dass ökonomische, soziale und ästhetische Bedürfnisse befriedigt werden und gleichzeitig kulturelle Integrität, ökologische Prozesse und die biologische Vielfalt erhalten werden.

Politische und institutionelle Instanzen einer Destination können mit begünstigenden Rahmenbedingungen und Strategien die Basis für eine nachhaltige Entwicklung der Tourismusregion schaffen. Eine Vernetzung innerhalb der Leistungsträger der Destination begünstigt die Umsetzung der entsprechenden Maßnahmen zusätzlich. Das Konzept bezieht sich auf alle Tourismusformen, Nischenprodukte als auch massentouristische Angebote.

Warum ist nachhaltiger Tourismus wichtig?

Tourismus ist Mitverursacher und gleichzeitig von den Folgen des Klimawandels betroffen. Vor allem bei touristischem Verkehr kommt es zum Ausstoß von Kohlendioxid (CO2), der maßgeblich zum Klimawandel beiträgt. Vor allem Reisen per Auto, Bus, Schiff oder Flugzeug haben einen erheblichen Einfluss auf CO2-Emmissionen.

"Klimainformationssystem" – Online-Tool zur Klimaentwicklung in deutschen Tourismusregionen

Auf die veränderten Rahmenbedingungen muss sich auch der Tourismus einstellen um die Branche zukunftsfähig zu gestalten und sich an die Veränderungen anzupassen.

Luftverschmutzung wird im Tourismus durch verschiedene Quellen vom Verkehr über das Heizen bis hin zu Lagerfeuern erzeugt. Einige Freizeitaktivitäten und Veranstaltungen gehen ebenfalls mit Luftverschmutzungen einher. Zusätzlich kann es zu Schadstoffemissionen im Boden kommen. Luft- und Lärmverschmutzung stellen außerdem Gesundheitsrisiken für die einheimische Bevölkerung dar.

Gewässerverschmutzung und Wasserknappheit - Wasser hat für Reisende immer eine natürliche Anziehungskraft. In wasserarmen Regionen wird der Wasserverbrauch durch Einheimische und Touristen zunehmende zum Problem, es entsteht eine Konkurrenz zwischen einheimischer Wirtschaft und Bevölkerung und Tourismus. Durch Wasserentnahmen oder –Verschmutzung beeinflusst der Tourismus das Trinkwasser einer Region erheblich.

Touristische Infrastruktur benötigt viel Platz. Bei dem Errichten neuer Gebäude für touristische Zwecke werden Böden versiegelt und Fremdmaterialien auf dem Boden aufgebracht. Damit wird die natürliche Bodenfunktion beeinträchtigt, was zu Kleinklimaveränderungen, Überflutungen und Überhitzung im Sommer führt.

Neben dem okölogischen Aspekt ist die zunehmende Wohnraumknappheit für die einheimische Bevölkerung ein beachtliches Problem. Überteuerung und Zweckentfremdung von Wohnraum nehmen in touristisch frequentierten Gebieten zu und zwingen im Extremfall sogar die einheimische Bevölkerung zu einem Umzug in Regionen mit geringeren Lebenshaltungskosten. Der Wegzug von EInheimischen bewirkt wiederum das Wegbrechen großer Teile von regionaler Authentizität und damit indirekt zu einer Reduzierung der Attraktivität für den Gast.

Gebäude, Infrastruktur, Beschilderung, Sitzbänke – alles möglichst in der Nähe der besonderen Natur und Sehenswürdigkeit. Das führt unweigerlich zu einer Veränderung der Landschaft und des Ortsbildes, vor allem wenn der Baustil nicht an die vorhandenen Traditionen angepasst wird.

Die o.g. Eingriffe und Veränderungen der Umwelt haben direkten Einfluss auf die Biodiversität. Die biologische Vielfalt zu schützen und zu erhalten stellt die Basis für einen langfristig touristisch nutzbaren Naturraum dar.

Wie bereits in Punkt 3) angesprochen ist eine touristische Destination vor allem attraktiv, wenn sie authentisch kulturell erlebbar ist. Grundlage dafür ist der Schutz und Erhalt von Tradition und Brauchtum in der Region. So kann z.B. eine massentouristische Nutzung von unterschiedlichen Kulturgütern zu einer Abnahme oder zum Verlust der Authentizität führen.

Dazu gehört auch die Forderung von regionalen Anbietern und der lokalen Wertschöpfung. Viele Gastgeber legen bereits großen Wert auf die Verarbeitung heimischer Produkte und darauf, Dienstleistungen in der Region direkt zu beauftragen. Davon profitiert wiederum die regionale Entwicklung über die Entstehung von Arbeitsplätzen und auch durch die Schaffung sozial nachhaltiger Arbeitsbedingungen.

Sanfter Tourismus

Was kann ich als Reisende/r tun?

✔ Bevorzugen Sie Reiseziele in der Nähe.

✔ Vermeiden Sie Flugreisen und Kreuzfahrten.

✔ Bevorzugen Sie Reiseanbieter bzw. -angebote mit verbindlichen Umwelt- und Sozialstandards

✔ Verhalten Sie sich im Urlaub so umweltfreundlich wie zu Hause

✔ Nehmen Sie Rücksicht auf sensible Lebensräume, Tiere und Pflanzen & beachten Sie die Verhaltenshinweise

✔ Entdecken Sie umweltfreundliche Urlaubsmöglichkeiten

✔ Achten Sie auf zertifizierte Angebote – eine Übersicht der häufigsten Siegel finden Sie auf der Seite des Umweltbundesamtes

✔ Wählen Sie umweltfreundliche Freizeitaktivitäten und nutzen Sie für die Fortbewegung vorhandene Angebote am Urlaubsort (Bus und Bahn, E-Bikes, Fahrräder etc.

         

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