Fast 250.000 Euro für Tourismusentwicklung in Vorpommern
Mit 77.000 Euro wird das erste Projekt gefördert. Es handelt sich dabei um ein innovatives Verkehrsleitsystem für Gäste und Einwohner in der Region. Wer sein Quartier nicht im Voraus gebucht hat, muss häufig lange suchen, um eine freie Unterkunft zu finden. Das neue Verkehrsleitsystem mit touristischen Informationen soll dieses Problem lösen helfen. Viele Betriebe der Beherbergung und Gastronomie liegen verkehrstechnisch günstig direkt an viel befahrenen Bundesstrassen. Nach Fertigstellung der Autobahn A20 und Neuordnung der Verkehrsströme kann das Leitsystem zu einer Umsatzstabilisierung auch von Unternehmen beitragen, die dann nicht mehr als Durchgangsstandorte aufgesucht werden. Schon auf der Autobahn, aber auch an Bundes- und Landstrassen sollen die Reisenden Hinweise zu Unterkunft, Gastronomie und Erlebnis in Brandenburg und Vorpommern erhalten. Bisher gibt es in Deutschland kein adäquates System, in das zwei Bundesländer involviert sind. Auf brandenburgischer Seite wurde der gleiche Antrag gestellt. Ziel des zu entwickelnden Verkehrsleitsystems, das neue Medien wie Mobilfunk und Internet mit einbezieht, soll sein, den Gast an der Autobahn sozusagen abzuholen und ihn gezielt in die touristischen Regionen zu lenken. Durchreisende sollen zum Verweilen animiert werden. Und Urlauber, die ihre Ferien in Vorpommern und Brandenburg verbringen, sollen künftig besser über Ausflugs- und Erlebnismöglichkeiten informiert werden. Damit einhergehend soll der Bekanntheitsgrad der Reisegebiete erhöht und besondere Angebote in den ländlichen Regionen vermittelt werden. Gleichzeitig soll unser Nachbarland Polen, vornehmlich Westpommern und das Gebiet um die Stadt Stettin, in das System integriert werden. Das Projekt ist in zwei Phasen unterteilt. Erst einmal muss eine Projektstudie erstellt werden, an der Vereine, Verbände und Behörden beteiligt sein sollen. In der zweiten Phase, die mit dem Jahr 2005 abgeschlossen sein soll, wird dann die Realisierung des Projekts erfolgen.
Das zweite Projekt beschäftigt sich mit der Entwicklung neuer Produktlinien für die Region Vorpommern und wird mit 171.400 Euro gefördert. Das Projekt soll künftig durch die Verknüpfung touristischer Highlights mit den entsprechenden Potentialen in den ländlichen Gebieten Vorpommerns, der Uckermark und Barnim Urlauber gezielt dorthin lenken, wo bisher noch Auslastungsdefizite bestehen und für alle Regionen neue Kundensegmente erschließen. Ziel des Projekts ist, den touristischen Leistungsträgern innerhalb der Euroregion Pomerania bei Konzepten und Umsetzung von Reiseprodukten mit Know how und finanziellen Mitteln zu helfen. Die nötigen Marketing- und Werbemaßnahmen sollen durch professionelle Werbefachleute und Reiseveranstalter umgesetzt werden. Es sind drei konkrete Produktlinien geplant.
In die Rubrik Geschichtstourismus gehört das Produkt Schwedenstrasse, das die schwedischen Spuren in Vorpommern und Brandenburg zum historischen Hintergrund macht. Lebensart und Kultur dieser Epoche wecken heute wieder großes Interesse. Die Internetseiten www.schwedenstrasse.com, initiiert von der Schwedischen Botschaft, existieren bereits seit letztem Herbst und werden häufig frequentiert. Jetzt wird mit dem Projekt darauf aufgesattelt. Es sollen Pauschalen und Angebote rund um die Schwedenstrasse entwickelt und bis zur Markteinführung betreut werden.
Die zweite Produktlinie baut auf die vielfältigen Wasserstrassen zwischen Berlin und der Ostsee auf deutscher und polnischer Seite. Geplant ist eine Schiffstour von Berlin über Flüsse, Seen und Kanäle bis an die Ostseeküste. Auch hier sind es die Angebote abseits der großen Tourismuszentren sowie die Küstenregion, die durch Ausflüge vom Schiff auf verschiedenen Etappen vernetzt werden. Zuerst ist die Recherche möglicher Routen und der potentiellen Leistungsträger vorgesehen. Daraus werden dann Produktbausteine entwickelt und bis zur Markteinführung begleitet.
Radwandern, eine der beliebtesten Arten aktiver Urlaubsgestaltung ist die Basis des dritten Reiseprodukts. Vorpommern ist an mehrere Radfernwege angebunden, die zum Teil im Gebiet der Euroregion Pomerania liegen und durch Brandenburg und teilweise nach Polen führen. Diese Radwanderwege sollen über Ländergrenzen hinweg Grundlagen für attraktive Radreisepauschalen werden. Besonders am Oder-Neiße-Radweg gilt es, Angebote zu analysieren und zu konzipieren. Zudem ist eine Weiterführung dieser Strecke in den Ostseefernweg und Rund-ums-Haff-Weg vorgesehen.
Ein wichtiger Ansatz bei allen drei Produkten ist der grenzüberschreitende Effekt in Richtung Westpommern in Polen. Auch die touristischen Leistungsträger unseres östlichen Nachbarn sollen in die Reiserouten integriert werden.
Anja Valentien: 01.03.2002
Regionaler Fremdenverkehrsverband Vorpommern e.V.
Ansprechpartner: Marco Dorka
Fischstraße 11, 17489 Greifswald, Tel. 03834 - 8910, Fax 89 15 55
E-Mail: info@vorpommern.de
Internet: http://www.vorpommern.de
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