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Vorpommern Tourismus Journal
des Regionalen Fremdenverkehrsverbands Vorpommern e.V. Fischstr. 11 - 17489 Greifswald - Tel: 03834 8910 Fax: 891 555 |
![]() Juni 2003 |
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KUNST : OFFEN special
Blau-weiße Fahnen flattern vor Ateliers und Werkstätten als Signal für KUNST : OFFEN. Am langen Pfingstwochenende vom 7. bis 9. Juni stellen sich Künstler und Kunsthandwerker Vorpommerns der Öffentlichkeit vor. In 178 Ausstellungszentren beteiligen sich mehr als 200 Künstler. Auf Rügen, Usedom, der Halbinsel Fischland Darss-Zingst und dem vorpommerschen Festland gibt es viel zu sehen. Von Malerei, Bildhauerei, Textilkunst, Keramik, Fotographie, Batik, Lesungen, Workshops bis zu Happenings wird eine breite und repräsentative Palette regionaler Kunst geboten. Damit man weiß, wer wo was macht, gibt es ein Faltblatt. Es beinhaltet eine Liste aller Künstler und eine Landkarte mit den nötigen Informationen für die je individuelle Tour zu KUNST : OFFEN. Bereits am Freitagabend vor Pfingsten findet im Barockschloss Griebenow bei Greifswald die Eröffnungsveranstaltung statt. Um 19.00 Uhr geht es los. Bei der größten Vernissage Vorpommerns sind alle Künstler mit einem Werk vertreten. Das Jazz Up Quintett sorgt mit Rhythmus und Groove, der in die Beine geht, für musikalische Unterhaltung und gute Laune. Zwischen Sekt und Sammelausstellung kann man Bodypaintern bei der Arbeit zusehen. Das Schloss Griebenow steht das ganze Pfingstwochenende offen für KUNST : OFFEN. Die Schriftstellerin Ingeborg Lohfink ist drei Tage lang zum Talk am Bücherstand anwesend. Die Ausstellung im Schloss ist bis zum Sonntag, 22. Juni zu sehen. An diesem Tag kann man ab 10.00 Uhr im Rahmen eines Künstlerfrühstücks nochmals mit den Akteuren von KUNST : OFFEN ins Gespräch kommen. Wer die regionale Kunstschau mit einem kleinen Urlaub in Vorpommern, dem Land am Meer verbinden möchte, kann zwischen verschiedenen Pauschal-Arrangements wählen. Ab 40 Euro pro Person und Nacht kann man unter www.kunst-offen.net oder der Servicenummer 01805 89 11 89 (12 Cent pro Min.) online oder telefonisch buchen. KUNST : OFFEN ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der Tourismuskooperation Vorpommern (Tourismusverbände von Rügen, Usedom, Fischland-Darss-Zingst und Vorpommern), die unter anderem von der Sparkasse Vorpommern unterstützt wird. Batikzyklus III in Cantnitz Textiles und Malerei zu KUNST : OFFEN Die 1962 in Leipzig geborene Künstlerin Manuela Recknagel lebt seit etwa zehn Jahren in Cantnitz in der Feldberger Seenlandschaft. Dort ist ihr Atelier Manu. Vom 7. bis 9. Juni an Pfingsten ist es eine der südlichsten Stationen von KUNST : OFFEN. Manuela Recknagel präsentiert edle Seidenstoffe, bemalt, gebatikt oder aquarelliert. Zur Zeit arbeitet die Künstlerin an ihrem Batikzyklus III, der zu KUNST : OFFEN in Auszügen gezeigt wird. Am Pfingstsonntag um 16.00 Uhr hält Manuela Recknagel den Vortrag "Batik Ursprung, Geschichte, Gegenwart und Technik". Die Teilnahmegebühr beträgt fünf Euro (drei Euro mit Kurkarte). Wegen geringer Platzkapazität erbittet die Künstlerin eine telefonische Voranmeldung bis zum 30. Mai unter der Telefonnummer 03964 210 134. Puppen, Plüsch und Plunder in Zinnowitz Claudia Rebiens Welt der Kuscheltiere Frau Puppendoktor Claudia Rebien operiert, repariert, klebt, näht und formt die in die Jahre gekommenen Puppen und Teddys ihrer Kunden. Arm ab, Loch im Kopf und andere Blessuren alles kein Problem. Mit viel Liebe und Sorgfalt widmet sie sich den kleinen Patienten. Puppen, Plüsch und Plunder heißt seit etwa drei Jahren ihr Laden in der Alten Strandstraße in Zinnowitz. Dort entwirft die einfallsreiche junge Frau auch mal exotische Eigenkreationen. "Die Herstellung eigener Kuscheltiere macht mir sehr viel Spaß. Da kann ich dann so richtig kreativ sein und meiner Fantasie freien Lauf lassen." Sie bietet auch Bastel-Sets, Kleidung und Zubehör für Teddys Marke Eigenbau. Zu KUNST : OFFEN gewährt die Puppenkünstlerin Einblick in ihr außergewöhnliches Handwerk. Vom 7. bis 9. Juni kann man sich in Zinnowitz in Claudia Rebiens Welt der Kuscheltiere verzaubern lassen.10-Minuten-Lesung im Tusculum auf Rügen mit dem Rezitator Heinz Nied Das Zimmertheater für Rezitation befindet sich vis-à-vis der Orangerie Putbus auf Rügen. Wer neugierig ist, was sich hinter diesem vielversprechenden Namen verbirgt, kann zu KUNST : OFFEN über Pfingsten vom 7. bis 9. Juni jeden Abend um 18.00 Uhr einer 10-Minuten Lesung lauschen. Ab 19.45 Uhr gibt es an allen drei Abenden eine längere Lesung mit Texten zum Schmunzeln von Tucholsky und anderen. Tagsüber Kunst zum Gucken. Seit 2002 veranstaltet das Ehepaar Barbara und Heinz Nied in der Tusculum-Galerie in der Alleestraße 5 in Putbus auf Rügen künstlerische Aktionen. Als Begegnungsstätte und Kulturtreff für Einheimische und Urlauber bietet das Tusculum vielfältige Ausstellungen und Lesungen. Zudem befindet sich in der Orangerie die, mit 360 Exponaten, größte Sammlung des ehemaligen Bauhausschülers Wolfgang Hildebrandt (Hil). Heinz Nied, Galerist, Journalist, Psychologischer Berater und Mediator hat sich als Rezitator Kurt Tucholskys und zahlreicher anderer Autoren einen Namen gemacht. Mit seiner streitbaren Publikation DER TUSCULANER verleiht Nied als Herausgeber verschiedene Preise wie zum Beispiel den "Sankt-Ignoranz-Preis" gegen Oberflächlichkeit und "Nicht-wissen-wollen". Weitere Informationen unter www.heinz-nied.de. Schautöpfern und selber drehen zu KUNST : OFFEN Fischlandkeramik Friedemann Löber in Ahrenshoop Seit Jahrzehnten ist die traditionelle, graublaue Fischlandkeramik über die Region hinaus bekannt. Die in aufwendiger Ritztechnik entstandene Gebrauchskeramik mit den typischen Libellen- und Fischmustern sowie landschaftsbezogenen Motiven ist untrennbar mit dem Namen Friedemann Löber verbunden. 1939 in Ahrenshoop geboren, übernahm der Kunsthandwerker vor 35 Jahren die Keramikwerkstatt seiner Eltern. Seit 1997 lebt und arbeitet der Künstler im denkmalgeschützten Dornenhaus. Galerie und Töpferwerkstatt befinden sich dort. Bekannte Gäste wie Bertholt Brecht und Helene Weigel haben in dem um 1660 erbauten Rohrdachhaus, an der historischen Grenze zwischen Vorpommern und Mecklenburg, schon Quartier bezogen. Jetzt wie einst ist das Haus ein beliebtes Motiv für Fotographen und Maler. In dieser Geschichte atmenden Atmosphäre weiht Friedemann Löber zu KUNST : OFFEN an Pfingsten seine Besucher in die Kunst des Töpferns ein. Wer möchte, darf sich am 7. Juni auch selbst an der Drehscheibe versuchen. Fotographisches von Berlin über Lassan nach Libnow Bernd Riehm zu KUNST : OFFEN Fast schon überdimensional sind die Schwarzweißfotos der "Mutter" - jede Falte, jedes Haar das Gesicht einer Frau in Nahaufnahme. Der 1962 in Berlin geborene Künstler Bernd Riehm versteht es, die Sinne des Betrachters zu schärfen. Drei Bilder der Mutter ergeben als Triptychon ein kirchentaugliches Gesamtwerk. 2002 hing es in der Kirche St. Johannis zu Lassan. Künftig soll es in Berlin seine irritierend sakraIe Wirkung entfalten. Ironie und Liebe zum Detail zeigen sich auch in seiner Arbeit "Das Zimmer". Einzelne Fotos von einem Zimmer aus unterschiedlichen Perspektiven aufgenommen, ergeben bei der richtigen Betrachtung wieder ein Ganzes - nur kleiner, jedenfalls fast. Ein großes, farbiges Foto der Serie mit künstlichen Blumen auf einem Küchentisch mit geblümter Tischdecke überzeugt auch als Einzelbild. Seit 2000 variiert Bernd Riehm Projekte über seine Mutter. Anfang der neunziger Jahre war er Initiator der Künstlergruppe G7 mit dem Ziel interdisziplinärer Zusammenarbeit. 1995 gründeten Riehm und Freunde mit der Gesellschaft zur Förderung der Verbreitung kleinerer Kunstwerke durch Automaten (GzFdVkKdA) die Automatengalerie in Zürich. Feinsinniger Witz, intelligenter Humor und fachliches Können zeichnen seine Werke aus. Es macht einfach Spaß, die Bilder anzusehen. Der studierte Designer nimmt bereits zum 3. Mal an KUNST : OFFEN in Vorpommern teil. Dieses Jahr stellt Riehm im Herrenhaus Libnow aus. Dort, ca. 15 Km nordöstlich von Anklam, ist der Fotograph einer von mehreren Künstlern, die unter dem Motto Arte Deposito junge Kunst und Unterhaltung mit Kaffee und Kuchen bieten. |
Das Titelmotiv von Pia Zunker Pia Zunker stammt aus Dresden. Sie lebt seit etwa anderthalb Jahren im vorpommerschen Groß Kiesow (Meierei) und bringt mit ihrer lebensfrohen Kunst internationales Flair in die Region. Ein Kopf aus Gips eine Studie für eine Bronze, die zur Zeit in Paris ausgestellt ist gefiel uns so gut, dass daraus das Motiv für den aktuellen KUNST : OFFEN-Flyer und das Plakat wurde. Damit ist das künstlerische Repertoire von Pia Zunker noch längst nicht erschöpft. In ihrer Malerei dominieren Landschaften, Portraits und Still-Leben. Ihre Freude an der Farbe setzt sie in Graphiken, Tempera-Arbeiten und Ölbildern um. Ehemann Jürgen Zunker, der die Werke mit Feingefühl zu fotografieren weiß, nennt ihre Kunst: "...ein emotionales Bekenntnis zum Schönen". Bei Ausstellungen in Frankreich, Spanien, China und anderen Orten wie zum Beispiel 1995 der Kirche von Middelhagen auf Rügen fanden die Exponate von Pia Zunker großen Zuspruch. Im Rahmen einer Milleniumsausstellung in Paris erhielt sie einen Preis für Qualität und Originaliät. Aus der Überzeugung heraus, dass jeder zu farbiger Gestaltung fähig ist, gibt sie in den Kunstwerkstätten in Greifswald Kurse in der Bemalung von Möbeln und Porzellan. Talent und Spaß an der Kunst hat auch der elfjährige Sohn Bertrand. Zu KUNST : OFFEN stellen Mutter und Sohn im Atelier und Wohnhaus in Groß Kiesow (Meierei) vom 7. bis 9. Juni gemeinsam aus.
ABC Bären Claudia Rebien
JAZZ UP Quintett spielt im Barock-Schloss Griebenow Musik vom Feinsten zu KUNST : OFFEN Jeder einzelne Musiker des JAZZ UP Quintetts ist ein virtuoser Könner und Künstler. Wenn die fünf gemeinsam loslegen, versprühen sie regelrecht Funken. Die gute Laune springt garantiert über. Michael Jäger an der Gitarre, Alexander "El" Girod am Piano, der Schlagzeuger Antonio Kühn, Michael "Baggens" Lahmann an Kontra- und E-Bass sowie Torsten Witstruck als Sänger und Saxophonist beherrschen ein vielseitiges Repertoire von Easy Listening Jazz und coolen Standards über knackigen Funk- und Partysound bis zu eigenen Arrangements. Unverwechselbar sind die intelligent stilvollen Ansagen des Sängers. Ironie und Witz der Conférence sind unverzichtbarer Bestandteil der Bühnenshow. Zur Eröffnungsveranstaltung von KUNST : OFFEN im Schloss Griebenow mischt Jazz Up nicht nur mit, sondern die illustre Gesellschaft auch ordentlich auf. Am Freitag, 6.Juni ab 19.00 Uhr gibt es Vernissage, Party und Groove, der in die Beine geht.
Foto: "Mutter" von Bernd Riehm Viel Spaß bei KUNST : OFFEN !!! |