Nachdem mir meine Frau nun schon seit 3 Jahren damit in den Ohren lag, dass sie unbedingt mal eine richtige Kanutour mit mir machen möchte, lies ich mich nun im Mai 2009 endlich dazu breitschlagen. Da ich eher der bequeme Typ bin, der am liebsten von morgens bis abends am Strand liegt und nichts tut, ging ich ein wenig skeptisch an die Sache ran.
Unser „Abenteuer Kanutour“ sollte nun am Malchiner See beginnen und im Falle, dass alles gut geht, nach 115 km im Mündungsgebiet der Peene bei Anklam enden.
Schon während der kurzen Einführung durch den Guide wurde mir klar, dass die Paddelei sehr viel leichter ist als gedacht (erstes Aufatmen meinerseits). Und dann ging es auch schon los! 9 km später beim Erreichen des Dahmener Kanals stand für mich fest, dass dies auf keinen Fall meine letzte Tour gewesen sein wird. Unberührte Wälder, kleine Nebenflüsse und die Aussicht auf eine Landschaft, wie ich sie in Deutschland gar nicht mehr vermutet hätte, steigerten meine Begeisterung weiter. In Anbetracht dieser wunderschönen Aussicht ließ ich dann auch gerne die kleinen Spöttereien meiner Frau (meiner sonstigen Trägheit wegen) über mich ergehen.
Die Übernachtung auf einem Wasserwanderrastplatz im eigenen Zelt war trotz meiner 55 Jahre angenehmer als erwartet und so ging es am nächsten Morgen gut erholt, wenn auch mit leichtem Muskelkater, weiter. Trotz der recht großen Etappe von 15 km verlief der Tag recht entspannt, und wir hatten genügend Zeit für ein Fischbrötchen hier, eine kleine Pause da, oder uns einfach einmal Treiben zu lassen. Beim Lagerfeuer am Abend trafen wir dann auf weitere „Abenteurer“ und ich musste feststellen, dass ich längst nicht der älteste in unserer gemütlichen Runde war.
Am nächsten Tag lies uns dann unser bisheriges Glück mit dem Wetter im Stich. Zu unserem Glück fanden wir rechtzeitig unter dem Kronendach einer alten Eiche Schutz. Während des Abwartens des kurzen aber heftigen Regens, kamen in mir Erinnerungen an die Erzählungen von Jack London auf und weckten noch einmal meine Abenteurerlust.
Als wir nach sehr erlebnisreichen 10 Tagen unser Ziel erreichten, waren wir fast ein wenig traurig, dass unser kurzes „Abenteuer“ schon vorbei war. Am Abend unserer Ankunft hatte ich immer noch das leise Plätschern des Wassers im Ohr und schmiedete zusammen mit meiner Frau schon Pläne für das nächste Jahr.
Fazit: 5 Sterne, ein Erlebnis der ganz besonderen Art